WIRTSCHAFTSSTANDORT Wie das Elsass seine Industriegeschichte und seine Produkte vermarktet: Ein Besuch bei kleinen und größeren Unternehmen der Region.

MULHOUSE. „Manchester Frankreichs » wurde diese Stadt im 19. Jahrhundert genannt – zu einer Zeit, als Mulhouse noch das Zentrum der früher florierenden Textilindustrie war. Die farbenfrohen Stoffe wurden in die ganze Welt verkauft und begründeten den Reichtumder Region. Heute ist der Automobilkonzern PSA Peugeot-Citroën mit seinem Werk in Sausheim der größte Arbeitgeber im Elsass. Und Mulhouse ist nicht nur eine Industrie-, sondern auch eine Museums-Stadt. Hier kommen vor allem Autofans auf ihre Kosten. Die „Cité de l’Automobile – Collection Schlumpf » ist heute das größte Automobilmuseum der Welt.

In einer ehemaligen Kammgarnspinnerei werden auf gut 25 000 Quadratmetern mehr als 400 Oldtimer – darunter weit über 100 Bugattis – präsentiert. Schließlich ist das Elsass auch die Heimat dieser Edelmarke. Von 1909 bis 1939 ließ der Mailänder Ettore Bugatti (und später sein Sohn Jean) in dem Ort Molsheim exklusive Automobile – Touren, Renn-, Sportwagen und Limousinen – bauen. Seit 2003 setzt der deutsche Volkswagen-Konzern diese Tradition fort.

Die Autos im Museum von Mulhouse wurden von den Gebrüdern Fritz und Hans Schlumpf, ehemals reichen Textilfabrikanten, zunächst im Geheimen gesammelt – bis die „Affäre Schlumpf » für einen der größten Industrieskandale der französischen Nachkriegsgeschichte sorgte: Aufgebrachte Arbeiter, die nach dem Bankrott des Schlumpf-Textilimperiums keine Löhne mehr erhielten, stürmten 1977 das Werk und entdeckten die vielen Luxus-Limousinen. Die Brüder Schlumpf starben Anfang der 90er-Jahre in der Schweiz, wo sie Unterschlupf gefunden hatten. Jahrelang waren sie gegen die Verstaatlichung „ihrer » Sammlung vor Gericht gezogen. Vergeblich: Die „Collection Schlumpf » wurde ein nationalesMuseum.

Krones-Anlagen bei Kronenbourg

Doch das Elsass ist vor allem für seine kulinarischen Köstlichkeiten bekannt. Das neue „Maison du Fromage » (Haus des Käses) in Munster ist eine gelungene Symbiose aus Tradition und Moderne. Und in demkleinen Ort Gertwiller werden seit dem 18. Jahrhundert Lebkuchen hergestellt. Es soll einmal neun Fabriken gegeben haben. Heute kennt man vor allemnoch Lips, ein kleines Familienunternehmen mit Direktverkauf.

In Handarbeit und nach althergebrachten Rezepten werden Leb-, Honig- und Pfefferkuchen produziert. Das Geschäft mit süßen Backwaren läuft nicht nur in der Adventszeit, sondern das ganze Jahr.

In der „Bier-Schule » von Kronenbourg in Strasbourg lernt man, dass es im Elsass auch Hopfen gibt, der sogar exportiert wird.
Das Unternehmen betreibt in Obernai die größte Bierbrauerei in Frankreich. Kronenbourg wurde 1664 in Strasbourg gegründet und zog 1969 nach Obernai um. In dem Film, der den Besuchern gezeigt wird, kommen die Abfüllanlagen des Weltmarktführers Krones in Neutraubling im Landkreis Regensburg ganz groß raus.

Der kleine Betrieb Raifalsa (Meerrettichprodukte)/ Alélor (Senf) in Mietesheim liefert seine Produkte vor allem an Abnehmer aus der Region – fast 80 Prozent des Umsatzes. Doch es gibt auch schon Kunden aus Australien und Russland, die scharf auf die Erzeugnisse des Familienunternehmens (13 Vollzeitbeschäftigte, Jahresumsatz: 2,3 Millionen Euro) sind. Auch der Direktverkauf nimmt zu, sagt der Geschäftsführer Alain Trautmann. Er hat sich zumZiel gesetzt, dass schon bald ausschließlich Zutaten, die in der Region angebaut werden, in den Gläsern und Tuben des Unternehmens landen.

Von der Manufaktur zum Museum

Derzeit wird die Senfsaat allerdings noch aus Kanada importiert. Darüber hinaus will man sich mehr mit dem Thema Bio beschäftigen. Hier sei man in Frankreich gegenüber Deutschland noch „weit hinten dran », so Trautmann. Raifalsa-Alélor ist das einzige Unternehmen in Frankreich, das Meerrettich produziert und das letzte im Elsass, das milden elsässischen Senf herstellt. In Wesserling im Süd-Elsass schließt sich der Kreis – auf dem Boden der ehemaligen Königlichen Stoffmanufaktur. Zur Hoch-Zeit der Textilindustrie in der Mitte des 19. Jahrhunderts warren hier einmal rund 6000 Menschen besschäftigt. Auf dem Fabrik- Areal gab ess Schulen, ein Theater,, mediizinische Versorgung und vieles mehrr. Mit dem Aufstieg der Kunstfasern follgte der Niedergang der Branche. 2003 wurde der Standort endgültig gesschlosssen.
Damals gingen die letzten 250 Jobs verloren. Die Gemeinde kaufte das Gelände auf und hat es weiiterentwickelt. Heute gibt es einen Bauernladen, eine Musikschule, Künsttller und Handwer– ker haben ssich dorrt angesiedelt. Das Textilmusseum ist in einem Gebäude untergebrracht, in dem früher Stofffe bedrucktt wurden.

Pour votre santé, évitez de manger trop gras, trop sucré, trop salé.

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